Schifferstechen

Das Schifferstechen ist eine Art „Ritterturnier zu Wasser“. Bei einem Stechen fahren zwei Schiffe (Weidlinge) längsseitig aneinander vorbei. Die beiden Stecher versuchen sich mit den (heutzutage gepolsterten) Lanzen vom Podest zu stossen.

Historisches

Schifferstechen gab es im Mittelalter in fast allen Fluss- und Seestädten Europas: Zum Beispiel auf dem Rhein, dem Neckar, dem Main, der Elbe und der Donau.

In Frankreich wurde es auf der Seine und der Rhône gepflegt, in London auf der Themse, in Venedig auf dem Canale Grande. Aber auch in Holland, Belgien und Dänemark war es populär.

Und in der Schweiz? Hier berichten die Überlieferungen von Stechen in Genf, Ouchy, Vevey, Estavayer le-Lac und Zürich. Als Jos Murer 1576 den Stadtplan von Zürich zeichnete, setzte er zwei Weidlinge mit Schifferstechern in die Limmat. Die Lanze angelegt, zum Stoss bereit sitzen die Stecher auf dem Bug. Murer hat allerdings nicht so genau hingeschaut, bei der Kampfbegegnung würden nämlich die Stecher in die Weidlinge statt ins Wasser fallen.

Heutige Turniere

Der Limmat-Club Zürich führt das Schifferstechen an den jährlich stattfindenden Wassersportfesten (erstmals im Jahr 1881) und an sporadischen Internationalen Schifferstechen auf der Limmat in Zürich durch. Siehe auch den Bericht im TeleZüri vom 4. Juli 2015.

Ungeübten kann es auch einmal passieren, dass sie vom Schiff ins Wasser fallen bevor man am Gegner vorbeifährt.

In Frankreich heisst das Spiel „le joute“, vor allem bekannt durch die heute sehr festlichen Austragungen in Sète, Südfrankreich.

Weitere bekannte Schifferstechen- respektive Fischerstechen-Turniere finden heutzutage noch regelmässig in Belgien, Frankreich, Deutschland, Österreich und der Schweiz statt. Der Limmat-Club wirkt auch beim seit 1979 alle 3 Jahre stattfindenden Zürcher Zunftschifferstechen mit.

Schifferstechen

Eine interessante Perspektive auf das Ritterturniner zu Wasser


Fernsehberichte: TeleTopTeleZüri
Presse: 20minutenAnzeigerUsterAugsburgerAllgemeineDonaukurier;  LandboteLimmattalerZeitungVoraschauLimmattalerZeitungBerichtZürichberZeitungZürcherUnterländer; ZürichseeZeitungVorschau; ZürichseeZeitungBericht

Mit Böllerschüssen vom Langschiff wird Punkt 09.00 Uhr das Schifferstechen eröffnet. Die ersten vier Boote sind bereit, die Rudermannschaften legen los der Stecher macht sich vermutlich mit Herzklopfen auf dem Podest bereit, nun ist noch alles trocken. Einer dieser vier Schiffe ist vom Limmat-Club. Als Heimverein sticht er als erster. Dies erlaubt den Mannschaften, welche eine längere Anreise haben ein bisschen später einzutreffen. Andy Krebs sticht heute als Erster, Ihm werden Pascal Neuenschwander und Robin Leonhard folgen.

Trommelwirbel … Platsch – der erste Kampf gegen den Rhy-Club ist gewonnen. Parallel sticht der AWS2 gegen den Limmat-Club Baden, den Titelverteidiger.

So startet ein Tag, welcher ein Fest der Geselligkeit wird, bei schönstem Wetter.

Die Vorbereitungen waren, intensiv. Sehr spannend wurde es, ob wir nun vier Weidlinge wieder fahrtüchtig hinkriegen. Dies gelang mit vereinten Kräften. Und so konnten wir den üblichen Tätigkeiten frönen, welche so zur Organisation gehörten, bis um 8.15 dann auch das Radio-Interview über den Äther ging und die Mannschaften instruiert waren und alle wussten wann sie wie stechen dürfen.

Die freundschaftliche Stimmung unter den Mannschaften und befreundeten Vereine sprang auch auf die Zuschauer über. Hilfreich dafür war sicher auch die tolle Bewirtung.

Wie das Turnier war auch das Kampfgericht international zusammengestellt. Neben Hans Perron nahmen auch Matthias Winter von Neuburg an der Donau und Sepp Hauptmann aus Strassburg einsitzt und unterstützten Claudia Perron als Kampfgerichtspräsidentin (KP). Und so gingen die Vorausscheidungen für den Final sehr fair und spannend.

Durch die Mittagspause frisch gestärkt, ging es für die besten 8 Mannschaften in den Final. Unterstützt von der Knabenmusik Zürich und ihren Fans wurde um Ruhm und Ehre gekämpft.

Nach dem Finaldurchgang und vor dem Rangverlesen spielte die Knabenmusik Zürich mit 22 Musiker ein tolles Sommerkonzert auf dem Floss. Dies sehr zur Freude der Ehrengäste und des Publikums.

Der Wanderpreis ging erst zum zweiten Mal ins Ausland und zum ersten Mal nach Deutschland, nämlich zu den Fischergassler nach Neuburg an der Donau. Sie stellten mit Jakob Degmayr auch gleich den Stecherkönig!

Den Ehrenpreis, welcher von allen Mannschaften gewählt wird hat klar der Wasserfahrverein Muttenz mit ihren tollen Kostümen und dem lustigen Auftreten gewonnen. Sie freuten sich über ihren „Hauptpreis“ auch sehr.

Wer nun glaubte, der Anlass sei vorbei hatte sich getäuscht nun wurden die Freundschaften intensiv gepflegt.

Die Gewinner sind:

Die Fischergassler aus Neuburg an der Donau, DE

Das originellste Team: WFV Mutenz

Stecherkönig: Jakob Degmayr

Hier ist die vollständige Rangliste

Ritterturnier zu Wasser

vor dem Schifferstechen, Hans Otto Fischergassler Neuburg an der DonauHans Otto vor dem Stechen

Schifferstechen FinalFinalbegegnung: Jakob von den Fischlergasslern gegen Pan vom Nautichen Club

Schifferstechen ZuschauerAusgelassene Stimmung auch bei den Zuschauern

Schifferstechen KrebsDer Turm von Zürich bei der Vorbereitung

Schifferstechen mit KMZFür die Unterhaltung ist gesorgt: Knaben Musik Zürich vor dem Einsatz

Muttenz bei der BegegnungMuttenz gerande vor dem Aufprall...

WasserclownDer Wasserclown ist unterwegs

Bruno Geiss verliertDer Französische Meister verliert seinen Kampf

Siegerehrung SchifferstechenZurecht stolz auf ihre Leistung!

Bilder von Turi Kammer, Bärni Wirth, Gregi Steiner, Ruth Voegtlin