Schifferstechen

Das Schifferstechen ist eine Art „Ritterturnier zu Wasser“. Bei einem Stechen fahren zwei Schiffe (Weidlinge) längsseitig aneinander vorbei. Die beiden Stecher versuchen sich mit den (heutzutage gepolsterten) Lanzen vom Podest zu stossen.

Heutige Turniere

Der Limmat-Club Zürich führt das Schifferstechen an den jährlich stattfindenden Wassersportfesten (erstmals im Jahr 1881) und an sporadischen Internationalen Schifferstechen auf der Limmat in Zürich durch. Siehe auch den Bericht im TeleZüri vom 4. Juli 2015.

Ungeübten kann es auch einmal passieren, dass sie vom Schiff ins Wasser fallen bevor man am Gegner vorbeifährt.

In Frankreich heisst das Spiel „le joute“, vor allem bekannt durch die heute sehr festlichen Austragungen in Sète, Südfrankreich.

Weitere bekannte Schifferstechen- respektive Fischerstechen-Turniere finden heutzutage noch regelmässig in Belgien, Frankreich, Deutschland, Österreich und der Schweiz statt. Der Limmat-Club wirkt auch beim seit 1979 alle 3 Jahre stattfindenden Zürcher Zunftschifferstechen mit.

Historisches

Schifferstechen gab es im Mittelalter in fast allen Fluss- und Seestädten Europas: Zum Beispiel auf dem Rhein, dem Neckar, dem Main, der Elbe und der Donau.

In Frankreich wurde es auf der Seine und der Rhône gepflegt, in London auf der Themse, in Venedig auf dem Canale Grande. Aber auch in Holland, Belgien und Dänemark war es populär.

Und in der Schweiz? Hier berichten die Überlieferungen von Stechen in Genf, Ouchy, Vevey, Estavayer le-Lac und Zürich. Als Jos Murer 1576 den Stadtplan von Zürich zeichnete, setzte er zwei Weidlinge mit Schifferstechern in die Limmat. Die Lanze angelegt, zum Stoss bereit sitzen die Stecher auf dem Bug. Murer hat allerdings nicht so genau hingeschaut, bei der Kampfbegegnung würden nämlich die Stecher in die Weidlinge statt ins Wasser fallen.